Comic: Drei Wege zu mehr Teilhabe in der Schule
Für die Bearbeitung von LF3 – „Inwiefern kann die Kultur der Digitalität zu einer Transformation von Schule mit Blick auf Diversität führen?“ habe ich eine Comic-Visualisierung erstellt. Der Comic zeigt drei Beispiele dafür, wie Schule durch digitale Möglichkeiten diversitätssensibler gestaltet werden kann. Im Mittelpunkt stehen dabei drei fiktive Schüler*innen: Joel, Sophie und Mariam. Ihre Situationen verdeutlichen, wie sich Lernen, Teilhabe und der Umgang mit Vielfalt verändern können.
Viel Spaß beim Lesen, Viktoria Leinweber, 22.07.2026, Lesedauer: 10 Min

1. Joel – individuelles Lernen durch Algorithmizität
Das erste Beispiel zeigt Joel, der beim Thema Bruchrechnung mehr Zeit benötigt als andere Kinder. Durch digitale Lernangebote kann er Erklärvideos erneut anschauen, interaktive Übungen bearbeiten und direktes Feedback erhalten. Dadurch wird Lernen stärker an seinen individuellen Lernstand angepasst. Dieses Beispiel lässt sich mit Stalders Begriff der Algorithmizität verbinden, da digitale Systeme Inhalte vorsortieren, Rückmeldungen geben und Lernwege personalisieren können. Mit Blick auf Diversität bedeutet das: Unterschiedliche Lernvoraussetzungen werden stärker berücksichtigt, statt alle Lernenden im gleichen Tempo arbeiten zu lassen.
2. Sophie – Teilhabe durch Gemeinschaftlichkeit
Das zweite Beispiel zeigt Sophie, die im Unterricht eher zurückhaltend ist. In einem digitalen Diskussionsforum kann sie ihre Gedanken schriftlich formulieren und auf Beiträge anderer reagieren. Dadurch bekommt sie eine andere Möglichkeit, sich am Unterricht zu beteiligen. Dieses Beispiel passt zu Stalders Form der Gemeinschaftlichkeit, weil Wissen und Bedeutung nicht nur im klassischen Unterrichtsgespräch entstehen, sondern im Austausch mit anderen. Für Diversität ist das wichtig, weil unterschiedliche Ausdrucksformen anerkannt werden. Teilhabe bedeutet dann nicht nur mündliche Mitarbeit, sondern auch schriftliche, digitale und kollaborative Beteiligung.
3. Mariam – Vielfalt als Ressource durch Referentialität
Das dritte Beispiel zeigt Mariam, die sprachliche und kulturelle Erfahrungen in ein digitales Projekt einbringt. Durch Übersetzungsfunktionen, Bilder und digitale Präsentationen kann sie besser mitarbeiten und gleichzeitig ihre Perspektive sichtbar machen. Dieses Beispiel lässt sich mit Stalders Begriff der Referentialität verbinden: Bestehendes Wissen, Sprachen, Bilder und kulturelle Erfahrungen werden aufgegriffen, neu verknüpft und in einen gemeinsamen Lernprozess eingebracht. Diversität wird hier nicht als Problem verstanden, sondern als Ressource. Unterschiedliche Sprachen, Herkunftsgeschichten und Erfahrungen bereichern das Lernen der gesamten Klasse.